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IT bleibt ein wichtiges Berufsfeld – aber der Arbeitsmarkt ist selektiver geworden. Viele IT-Umschulungen können über den Bildungsgutschein finanzierbar sein, wenn Zielberuf, Kurs, Vorkenntnisse und regionale Nachfrage nachvollziehbar zusammenpassen.
Auf einen Blick
Je konkreter Zielrolle, Kurs und Stellenbelege sind, desto belastbarer wird dein Antrag. ↓
Der Wechsel in die IT kann weiterhin sinnvoll sein. Die BA-Daten zeigen aber ein differenziertes Bild: 2025 waren mehr als 1,15 Millionen IKT-Fachkräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Bestand gemeldeter IKT-Arbeitsstellen auf 13.000, die Zahl arbeitsloser IKT-Fachkräfte stieg um 27 Prozent auf 54.000. Für den Bildungsgutschein zählt deshalb nicht „IT ist gefragt“, sondern ob genau dein Zielprofil realistisch vermittelt werden kann.
Förderfähig sind IT-Umschulungen zu staatlich anerkannten Berufen oder zu Qualifizierungen mit anerkannten Abschlüssen. Die wichtigsten Wege im Überblick:
Softwareentwicklung, Programmierung, Datenbankpflege. 2 Jahre Vollzeit, IHK-Abschluss. Sinnvoll, wenn du analytisch arbeiten kannst und echte Praxisprojekte im Kurs enthalten sind.
IT-Infrastruktur, Netzwerke, Server-Administration. 2 Jahre Vollzeit, IHK-Abschluss. Sinnvoll, wenn regionale Stellen eher Support, Administration, Cloud oder Betrieb suchen.
Kaufmännisch-technische Kombination. IT-Projekte steuern, Prozesse digitalisieren. IHK-Abschluss, 2 Jahre.
Kürzere Qualifizierungen (ca. 2–4 Monate) – ideal für den AVGS. Kein IHK-Abschluss, aber anerkannte Marktzertifikate.
Förderfähigkeit prüfen
Nicht alle IT-Kurse sind förderfähig: Private Bootcamps ohne AZAV-Zulassung werden nicht über den Bildungsgutschein gefördert. Träger und konkrete Maßnahme müssen zugelassen sein. Prüfe deshalb vor dem Beratungsgespräch Maßnahmedaten, Abschlussart und Eintrag im Weiterbildungsportal der BA.
IT-Gehälter gehören zu den attraktivsten nach einer geförderten Umschulung. Diese Richtwerte gelten für Berufseinsteiger nach Abschluss (Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025):
Einstiegsgehälter für Berufseinsteiger nach Umschulung. Mediangehalt aller Beschäftigten (erfahren) laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025. Das tatsächliche Gehalt hängt von Region, Betrieb und Berufserfahrung ab.
Für IT-Qualifizierungen gibt es zwei Förderwege. Welcher zu dir passt, hängt vor allem von der gewünschten Kursdauer ab:
Die Agentur muss die IT-Umschulung als „notwendig und zweckmäßig" einstufen. So bereitest du das Gespräch vor:
Tipp
Viele AZAV-zertifizierte IT-Anbieter beraten dich kostenlos vorab und helfen dir, Kursdaten, Zielrolle und Stellenbelege zu sortieren. Nutze das als Vorbereitung – die Förderentscheidung trifft aber die Agentur für Arbeit.
Für die meisten Umschulungen reichen grundlegende PC-Kenntnisse aus – technisches Vorwissen ist nicht zwingend erforderlich. Fachinformatiker-Umschulungen sind anspruchsvoll: Ein Selbsttest mit kostenlosen Online-Kursen (z.B. auf Codecademy oder freeCodeCamp) hilft dir herauszufinden ob du den Einstieg schaffst. Für kürzere ABE-Maßnahmen im AVGS-Kontext wie SAP-Grundlagen oder MS Office sind meist keine Vorkenntnisse nötig.
Das hängt vom Beruf ab. Fachinformatiker-Umschulungen (Anwendungsentwicklung oder Systemintegration) dauern 2 Jahre Vollzeit – kürzer als die reguläre 3-jährige Ausbildung. Kürzere IT-Zertifizierungen über den AVGS dauern wenige Wochen bis 3 Monate. SAP-Kurse typischerweise 2–4 Monate.
Ja – viele IT-Umschulungen werden inzwischen vollständig oder hybrid online angeboten, auch mit Bildungsgutschein. Wichtig: Der Träger muss AZAV-zertifiziert sein, und die Agentur für Arbeit muss das Online-Format für die Maßnahme akzeptiert haben. Frag beim Anbieter explizit nach der Zertifizierung für das jeweilige Format.
Ja – wer Arbeitslosengeld I bezieht, erhält es während einer geförderten Umschulung in der Regel weiter. Zusätzlich gibt es bei abschlussorientierten Maßnahmen 150 € Weiterbildungsgeld pro Monat. Jobcenter-Kunden sprechen die Förderung seit 2025 mit der Agentur für Arbeit ab, die den Bildungsgutschein ausstellt.
Leg Widerspruch ein. Bereite das Folgegespräch mit konkreten Stellenangeboten aus deiner Region vor und zeig, welche Zielrolle realistisch ist. Die BA-Daten zeigen 2026 keinen einfachen „IT geht immer“-Markt: Beschäftigung wächst weiter, aber gemeldete Stellen sind zurückgegangen und Arbeitslosigkeit in IKT-Berufen ist gestiegen. Genau deshalb zählen konkrete Anforderungen, passende Vorkenntnisse und ein Kurs mit klarem Praxisbezug.
Nein – es gibt keine gesetzliche Altersgrenze. Entscheidend ist die individuelle Arbeitsmarktprognose: Passt das Bildungsziel zu deiner Ausgangslage, deinen Vorkenntnissen und realen Stellenanforderungen?
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