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KI-Coaching mit dem AVGS finanzieren

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) nach § 45 SGB III ist kein Instrument für lange Kurse – aber das richtige Werkzeug für KI-Coaching, Karriereberatung und kurzfristige Orientierungsmaßnahmen. Was er abdeckt, wer ihn bekommt und wie er sich vom Bildungsgutschein unterscheidet.

Auf einen Blick

Was du konkret tun musst – und was der AVGS für KI leisten kann. ↓

KI-Weiterbildung – Themen

Was ist der AVGS – und was hat er mit KI zu tun?

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist ein Förderinstrument nach § 45 SGB III. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter stellt ihn aus, wenn eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung beitragen soll.

Der AVGS ist kein Synonym für den Bildungsgutschein – er deckt ein anderes Spektrum ab: Coaching, Beratung, Bewerbungstraining, kurzfristige Orientierungsmaßnahmen und die Nutzung privater Vermittlungsdienstleistungen. Im KI-Kontext bedeutet das: Wer noch nicht weiß, welches KI-Berufsfeld zu ihm passt, kann sich mit dem AVGS professionell beraten lassen – bevor er sich für einen langen Kurs entscheidet.

Wofür kann ich den AVGS im KI-Bereich nutzen?

Der AVGS nach § 45 SGB III kann für verschiedene Maßnahmen eingesetzt werden. Im KI-Kontext sind folgende Anwendungsfelder besonders relevant:

Wichtig: Der AVGS finanziert keine langen Weiterbildungskurse oder Umschulungen – dafür ist ausschließlich der Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) vorgesehen. Wer einen KI-Kurs über mehrere Monate machen möchte, braucht einen Bildungsgutschein, keinen AVGS.

AVGS vs. Bildungsgutschein – der Vergleich

Beide Instrumente fördern Personen, die auf dem Arbeitsmarkt Unterstützung brauchen – aber sie tun das sehr unterschiedlich:

Merkmal AVGS (§ 45 SGB III) Bildungsgutschein (§ 81 SGB III)
Zweck Aktivierung, Coaching, Beratung, kurzfristige Orientierung Lange Weiterbildungsmaßnahmen, Kurse, Umschulungen
Dauer Max. 6 Wochen (Aktivierungsmaßnahmen) Mehrere Monate bis 2 Jahre möglich
Zulassung Anbieter Zulassung nach § 45 SGB III erforderlich AZAV-Zertifizierung nach § 178 SGB III erforderlich
Typische KI-Nutzung Karrierecoaching, Bewerbungstraining, Orientierungskurse KI-Kurse, Weiterbildungen zu Machine Learning, Prompt Engineering etc.
Kombination möglich? Ja – hintereinander (erst AVGS zur Orientierung, dann Bildungsgutschein für den Kurs)

Wer bekommt den AVGS für KI-Coaching?

Grundsätzlich können Personen den AVGS beantragen, die bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter als arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet sind. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch – die Behörde entscheidet nach Ermessen, ob die Maßnahme zur Eingliederung in Arbeit beiträgt.

Im Gespräch mit dem Arbeitsvermittler zählt die Begründung: Warum hilft gerade dieses KI-Coaching bei der Stellensuche? Wer konkret argumentieren kann – zum Beispiel „Ich bewerbe mich auf Stellen im KI-Projektmanagement und brauche professionelle Unterstützung bei der Positionierung meiner bisherigen Kompetenzen" – hat bessere Chancen.

In der Transfergesellschaft: Auch TG-Mitglieder können den AVGS beantragen – zum Beispiel für KI-Coaching, das über das TG-Qualifizierungsbudget hinausgeht oder auf Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt zielt. Mehr dazu: KI-Qualifizierung in der Transfergesellschaft.

Schritt für Schritt: So beantragst du den AVGS für KI

1
Als arbeitssuchend melden

Melde dich bei der Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter als arbeitssuchend – möglichst frühzeitig, idealerweise 3 Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses (§ 38 SGB III). Das ist Voraussetzung für alle Förderleistungen.

2
Geeigneten Anbieter recherchieren

Such dir vorab einen Anbieter, der KI-Coaching oder -Beratung anbietet und nach § 45 SGB III zugelassen ist. Frag direkt: „Sind Sie für AVGS-Maßnahmen nach § 45 SGB III zugelassen?" Komm mit einem konkreten Angebot ins Gespräch.

3
Beratungsgespräch vorbereiten und aktiv ansprechen

Bitte deinen Arbeitsvermittler gezielt um einen AVGS nach § 45 SGB III. Erkläre konkret: Welches Coaching du anstrebst, bei welchem Anbieter, und warum es deine Vermittlungschancen verbessert. Je präziser die Begründung, desto besser.

4
AVGS ausstellen lassen

Wenn die Behörde zustimmt, stellt sie den AVGS aus. Er enthält den Maßnahmetyp, den maximalen Förderbetrag und die Gültigkeitsdauer. Lies ihn sorgfältig: Der Gutschein gilt nur für die explizit genannte Art von Maßnahme.

5
AVGS vor Beginn der Maßnahme beim Anbieter einlösen

Löse den AVGS vor dem ersten Termin beim Anbieter ein – rückwirkende Abrechnung ist ausgeschlossen. Nach Abschluss rechnet der Anbieter direkt mit der Agentur für Arbeit ab.

Tipp – Kombination AVGS + Bildungsgutschein: Nutze den AVGS zunächst für ein KI-Karrierecoaching (Welche Berufsfelder passen? Welche AZAV-zertifizierten Kurse sind sinnvoll?). Beantrage danach gezielt den Bildungsgutschein für den passenden KI-Kurs. Zwei Förderinstrumente, die sich optimal ergänzen.

Wie viel zahlt der AVGS?

Der AVGS deckt die Kosten der zugelassenen Maßnahme vollständig ab – du zahlst nichts zuzahlen. Die Höhe variiert je nach Maßnahmetyp:

Für KI-Coaching und Karriereberatung ist in der Regel Typ 1 relevant. Wer eine auf Tech-Berufe spezialisierte private Vermittlungsagentur beauftragen will, nutzt Typ 2.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich mit dem AVGS einen KI-Kurs finanzieren?
Der AVGS ist kein Instrument für lange Umschulungen oder Kurse – dafür ist der Bildungsgutschein zuständig. Mit dem AVGS nach § 45 SGB III kannst du KI-Coaching, Karriereberatung, Bewerbungscoaching für KI-Berufe und kurzfristige Orientierungsmaßnahmen (bis zu 6 Wochen) finanzieren. Auch der Zugang zu privaten Vermittlungsagenturen, die auf Tech- und KI-Berufe spezialisiert sind, ist möglich.
Was ist der Unterschied zwischen AVGS und Bildungsgutschein?
Der Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) finanziert lange Weiterbildungsmaßnahmen – AZAV-zertifizierte Kurse, oft mehrere Monate. Der AVGS (§ 45 SGB III) ist für Aktivierungsmaßnahmen und Vermittlungsunterstützung gedacht: Coaching, Bewerbungstraining, Karriereberatung, kurzfristige Orientierungskurse bis 6 Wochen. Beide Instrumente können sich ergänzen.
Wer stellt den AVGS aus?
Den AVGS stellt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter aus – auf Antrag im Beratungsgespräch. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch, die Behörde entscheidet nach Ermessen, ob die Maßnahme die Vermittlung in Arbeit unterstützt.
Wie viel deckt der AVGS ab?
Der AVGS deckt die Kosten der Maßnahme vollständig ab. Bei Aktivierungsmaßnahmen (Typ 1) werden die Kurskosten direkt übernommen. Bei privaten Vermittlern (Typ 2) beträgt die Standardprämie 2.500 Euro bei erfolgreicher Vermittlung – für Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen bis zu 3.000 Euro. Auszahlung: 1.250 Euro nach 6 Wochen, Rest nach 6 Monaten in der neuen Stelle (§ 45 Abs. 6 SGB III).
Kann ich AVGS und Bildungsgutschein kombinieren?
Nicht gleichzeitig für dieselbe Maßnahme – aber hintereinander. Typisches Muster: erst AVGS für KI-Karrierecoaching und Orientierung (welches KI-Berufsfeld passt zu dir?), dann Bildungsgutschein für den passenden KI-Kurs. Sprich das im Beratungsgespräch direkt an.
Welche Anbieter darf ich mit dem AVGS beauftragen?
Nur Anbieter, die für die jeweilige Maßnahme nach § 45 SGB III zugelassen sind. Für Vermittlungsgutscheine (Typ 2) müssen private Arbeitsvermittler bei der Bundesagentur für Arbeit registriert sein. Frag den Anbieter vorab: „Sind Sie für AVGS-Maßnahmen nach § 45 SGB III zugelassen?"
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Sven Schultz – Herausgeber transfermonitor.de
Sven Schultz
Herausgeber & Chefredakteur  ·  LinkedIn

Erfahrung in beruflicher Qualifizierung und Arbeitsmarktförderung. Zusammenarbeit mit Reha-Kostenträgern (Deutsche Rentenversicherung, Krankenkassen), Aufbau von Qualifizierungsprozessen für KMU, seit 2025 im FbW- und AVGS-System tätig. Regional vernetzt mit Agenturen für Arbeit und Jobcentern in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Mehr über die Redaktion →

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